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AlmerĂa
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AlmerĂa ist eine Hafenstadt in der autonomen Region Andalusien im SĂĽden Spaniens. Die Stadt liegt auf der Schwemmebene des RĂo Andarax in einer weiten Mittelmeerbucht (Costa de AlmerĂa). Das Stadtbild erinnert an nordafrikanische Städte: enge Gassen, alte, weiĂźe Häuser, Gärten und Palmenalleen. AlmerĂa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Der Name der Stadt leitet sich vom Arabischen ab.
Contents
• Geschichte
• Klima
• Wirtschaft
• Verkehr
• Kultur
• Alcazaba
• Cabo de Gata
• Kathedrale
• Stierkampfarena
• Mittelmeerspiele
• Andere Bauwerke
• Filmhistorisches
• Feria
• Sport
• Siehe auch
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Geschichte
Die nach dem Ort benannte AlmerĂakultur ist eine spätjungsteinzeitliche, iberische Ackerbaukultur. Ihre Spätphase zeigt kupferzeitlichen Einfluss und weist auf Beziehungen zur Glockenbecherkultur. Nachfolgerin der AlmerĂa-Kultur ist die Los-Millares-Kultur. In der Zeit der römischen Herrschaft war der Ort ein Hafen und trug den Namen Portus Magnus.
AlmerĂa wurde im Jahr 955 von Abd ar-Rahman III. als ein Haupthafen seines groĂźen Reiches neu gegrĂĽndet. Unter maurischer Oberhoheit erlebte die Stadt eine wirtschaftliche BlĂĽte durch Herstellung und Export von Seidenstoffen. Nach vorĂĽbergehender Eroberung durch den König Alfons VII. von Kastilien-LeĂłn (1147) stand AlmerĂa ab 1157 wieder unter maurischer Kontrolle. Im Jahr 1489 eroberten die Katholischen Könige (Los Reyes CatĂłlicos) Ferdinand und Isabel im Zuge der RĂĽckeroberung Spaniens (Reconquista) die Stadt. 1492 wurde AlmerĂa mit der GrĂĽndung des gleichnamigen Bistums Bischofssitz.
Das 16. Jahrhundert war fĂĽr AlmerĂa ein Jahrhundert der Naturkatastrophen; es erlitt mindestens vier schwerere Erdbeben (1512, 1522, 1529, 1550)cite-ref-4[4], von denen das Erdbeben von AlmerĂa 1522 besonders viel VerwĂĽstung anrichtete. AuĂźerdem fanden in jenem Jahrhundert regelmäßige Angriffe durch Berber-Piraten statt, die noch bis in das 18. Jahrhundert anhielten. Hauptsächlich wurden dabei Bewohner der KĂĽstengegenden in die Sklaverei nach Nordafrika verschleppt.
Während des Spanischen BĂĽrgerkrieges, am 31. Mai 1937, beschoss die deutsche Kriegsmarine AlmerĂa als Vergeltung fĂĽr einen Luftangriff republikanischer Truppen auf das Kriegsschiff Deutschland. Der Kreuzer Admiral Scheer und vier Zerstörer feuerten rund 200 Geschosse auf die Stadt, wodurch 19 oder 20 Zivilisten getötet und 35 Gebäude zerstört wurden.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]
(siehe auch: Geschichte der Provinz AlmerĂa)
Klima
In AlmerĂa herrscht ein subtropisches WĂĽstenklima und HalbwĂĽstenklima (Effektive Klimaklassifikation nach Köppen: BWh und BSh).
Mit knapp 3000 Stunden Sonnenschein im Jahr ist AlmerĂa eine der sonnenreichsten Städte Spaniens. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 18 °C bis 19 °C; im Winter ist die Lufttemperatur sogar höher als die Wassertemperatur. Häufig weht ein starker Wind.
Einer Veröffentlichung im Journal of Geophysical Research zufolge sind die durchschnittlichen Temperaturen in der Region in den vergangenen 25 Jahren um 0,3 °C pro Jahrzehnt gesunken, während sie in Spanien insgesamt um 0,5 °C pro Jahrzehnt stiegen. Zurückgeführt wird dies auf die zahlreichen Treibhäuser in der Region, deren Dächer das kurzwellige Licht der Sonne teilweise reflektieren, sodass über einem Quadratmeter Treibhausfläche rein rechnerisch 2–3 Prozent weniger Sonnenenergie ankommt als über einem Quadratmeter Weideland.cite-ref-7[7]
Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde
Quelle:
INE-Archiv
– grafische Aufarbeitung für Wikipedia
Wirtschaft
Der Hafen der Stadt AlmerĂa ist bedeutend fĂĽr den Export der landwirtschaftlichen Produkte aus der Provinz AlmerĂa sowie der Mineralprodukte aus der Sierra de Alhamilla.
Verkehr
Etwa zehn Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich ein internationaler Flughafen, der hauptsächlich für Inlandsflüge, aber auch in der touristischen Wintersaison von Touristen aus England und Deutschland auf dem Weg nach Roquetas de Mar genutzt wird.
Neben mehreren innerstädtischen Buslinien verfĂĽgt AlmerĂa ĂĽber einen Multifunktionsbahnhof, der von Fernbussen und ZĂĽgen angefahren wird.
Persönlichkeiten
• Juan MartĂn, genannt El Cabogatero (1810–1880), Minenarbeiter und Flamencosänger
• Antonio de Torres (1817–1892), Gitarrenbauer
• Nicolás Salmerón (1838–1908), dritter Präsident der Ersten Spanischen Republik im Jahr 1873
• Abel Paz (1921–2009), Widerstandskämpfer und Schriftsteller
• Manolo Escobar (1931–2013), Sänger
• Antonio Biosca (* 1948), Fußballspieler
• JosĂ©-MarĂa Siles (* 1951), Journalist
• Tomatito (* 1958), Flamencogitarrist
• Jesús Padilla Gálvez (* 1959), Philosoph
• Niño Josele (eigentlich Juan José Heredia, * 1974), Flamencogitarrist
• David Bisbal (* 1979), Sänger
• Javier Barranco Cosano (* 1998), Tennisspieler
• Chadia RodrĂguez (* 1998), italienische Rapperin
• José Aguilar Martinez (* 2001), Fußballspieler
• Rvfv (* 2001), Sänger und Rapper
Kultur
Alcazaba
Die Alcazaba ist eine auf einem HĂĽgel gelegene maurische Festung, von der aus man die ganze Stadt ĂĽberblicken kann. Ihr Bau wurde 955 auf Veranlassung von Abd ar-Rahman III, während das Kalifat von CĂłrdoba bestand, begonnen. Die Arbeiten wurden während der Regierungszeit von Hairán, der König des Kleinreichs AlmerĂa war, im 11. Jahrhundert beendet. Die Festung besteht aus drei Bezirken. Hervorzuheben sind der Huldigungsturm, der Turm der Gerechtigkeit und der Turm der Spiegel, das Bollwerk El EspolĂłn sowie die von den Christen errichtete Kapelle San Juan Evangelista und der Wartturm Torre de la Vela. Von der Festung gehen starke, durch TĂĽrme befestigte Verteidigungsmauern aus, die sich durch das Tal La Hoya bis zum HĂĽgel San Cristobal ziehen. Die Festung ist im Laufe der Jahrhunderte von den jeweiligen Herrschern der Stadt immer weiter gebaut worden, so dass auch Teile der Alcazaba durch christliche Architektur geprägt sind. Als 1522 weite Teile der Stadt einem Erdbeben zum Opfer fielen, wurde auch die Alcazaba beschädigt. Die Restaurierungsarbeiten dauern bis heute an.
Cabo de Gata
Der nahe gelegene Naturpark Cabo de Gata ist eine steinige Halbwüste mit spärlicher Vegetation und reizvollen Stränden.
Kathedrale
Die Kathedrale von AlmerĂa liegt in der Innenstadt. Mit ihrem Bau wurde 1524 begonnen, nachdem 1522 das vorherige Gotteshaus durch ein Erdbeben zerstört worden war. Sie ist eine ausgesprochene Kirchenburg, die aufgrund der ständigen Angriffe berberischer Seeräuber nötig wurde. An der Fassade fallen vier aus groĂźen Quadersteinen erbaute TĂĽrme auf, und sogar die Apsis hat die Form eines viereckigen Abwehrturms. Am Bau herrschen der Renaissance und der gotische Stil vor, obwohl barocke und klassizistische Elemente festzustellen sind. Besonders interessant sind die beiden Portale, das Querschiff, die Sakristei, der Hochaltar und die verschiedenen Kapellen sowie der Chor und der Raum dahinter. Im 18. Jahrhundert wurde der Kreuzgang im klassizistischen Stil errichtet. Das Bauganze wird vervollständigt durch wertvolle Gemälde und Skulpturen bedeutender KĂĽnstler aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.
Auditorio Municipal „Maestro Padilla“
Das Auditorio Municipal „Maestro Padilla“ in AlmerĂa wurde nach dem spanischen Musiker JosĂ© Padilla Sánchez benannt. Es wurde vom Architekten JosĂ© SeguĂ entworfen und sollte in AlmerĂa sowohl architektonisch, als auch durch die exponierte Lage im Ortsteil El Zapillo unmittelbar zum Strand städtebauliche Akzente setzen. In funktionaler Bestimmung dient es Theater-, Konzert- und Kongressveranstaltungen sowie Kunstausstellungen. Der Konzertsaal ist auf 960 Besucher ausgelegt. Die Einweihung erfolgt am 6. Mai 1992 in Anwesenheit der seinerzeitigen Königin von Spanien, Sofia.
Stierkampfarena
Die polygonale Stierkampfarena von AlmerĂa stammt bereits aus dem Jahr 1888. Sie verfĂĽgt ĂĽber 20 äuĂźere Seiten, die sich mit gebäudehohen TĂĽrmchen mit Rundbögen gegeneinander abgrenzen. In die Fassade der Arena sind drei monumentale Eingangsportale integriert, von denen eines als Hauptportal ĂĽber dem Eingang mit dem Kopf eines Stieres geschmĂĽckt ist. Die Arena wurde von den Architekten Enrique LĂłpez Rull und Trinidad Cuartara fĂĽr 9050 Zuschauer auf zwei Ebenen entworfen, die um den kreisrunden Innenraum platziert sind; durch spätere Umbauten wurde die mögliche Zuschauerzahl auf 9800 erweitert. Dem Entschluss fĂĽr den privatwirtschaftlichen Bau der Stierkampfarena gingen bereits Stierkampfveranstaltungen ab 1848 an verschiedenen Plätzen in AlmerĂa voraus, wo sich jedoch die Zahl der damaligen Zuschauer bis zu 2600 als nicht ausreichend erwies. Gegenwärtig finden in der Stierkampfarena mehrmals jährlich noch immer Stierkämpfe statt.
Mittelmeerspiele
Andere Bauwerke
Man findet in der Stadt zahlreiche aus dem Beginn des Industriezeitalters stammende Bauwerke, wie z. B. den alten Bahnhof.
Der Cable InglĂ©s, auch Embarcadero de Mineral «El Alquife» oder Cargadero de Mineral, ist ein Pier in AlmerĂa, der von 1904 bis 1970 als Erzverladerampe diente. Die Anlage gilt als industriehistorisches Denkmal und wird gegenwärtig restauriert.
Filmhistorisches
In den 1960er und 1970er Jahren wurden in den Tälern und Ebenen rund um den kleinen WĂĽstenort Tabernas und im Nationalpark Cabo de Gata Nijar zahlreiche Western gedreht. Damals galt die Provinz AlmerĂa als das „europäische Hollywood“, und es wird geschätzt, dass hier fast 500 Westernfilme gedreht wurden. In erster Linie waren es die Regisseure David Lean (Lawrence von Arabien) und Sergio Leone (FĂĽr eine Handvoll Dollar, FĂĽr ein paar Dollar mehr, Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod, Todesmelodie), wie auch Michael Winner mit dem Film Chatos Land, welche das Filmland AlmerĂa weltweit bekannt machten. Verwitterte Felsformationen, staubige WĂĽstenschluchten, DĂĽnenlandschaften, verlassene Fincas und trotzige Wehranlagen an der KĂĽste stellten ideale Kulissen fĂĽr viele Western-, Kriegs-, Abenteuer- und Fantasyfilme dar. Auch fĂĽr den Western Gott vergibt – Django nie! mit Bud Spencer und Terence Hill diente AlmerĂa als Location. Auch Michael Herbigs Film Der Schuh des Manitu gilt als Hommage an dieses Genre.cite-ref-8[8]
Feria
Ein Höhepunkt im Jahresablauf ist fĂĽr die Stadt AlmerĂa die Feria, die in der zweiten Augusthälfte stattfindet. Zur gleichen Zeit werden religiöse und sportliche Veranstaltungen, Stierkämpfe und andalusische Musik- und Tanzdarbietungen abgehalten, denen man in den auf dem Festgelände aufgestellten Zelten beiwohnen kann.
Sport
Die Stadt war bereits 15-mal Startort einer Etappe der Vuelta a España.cite-ref-9[9]
Im Handball der Männer war Balonmano Ciudad de AlmerĂa bis 2009 aktiv.
Die Stadt verfĂĽgte zwischen 2013 und 2015 mit UD AlmerĂa wieder ĂĽber einen Vertreter in der Primera DivisiĂłn, der ersten spanischen FuĂźball-Liga. Seit 2015 spielte der Verein jedoch wieder zweitklassig, bevor er 2022 erneut in die höchste Liga aufstieg.
Städtepartnerschaften
Siehe auch
Weblinks
Commons
: AlmerĂa
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: AlmerĂa
– Reiseführer
Wiktionary: AlmerĂa
– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
• www.andalucia.com/cities/almeria.htm
Einzelnachweise
cite-note-11. Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:ALTITUD
cite-note-22. Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:SUPERFICIE
cite-note-33. Instituto Nacional de EstadĂstica Municipal Register of Spain
cite-note-44. ↑ AlmerĂa, tierra de terremotos
cite-note-55. ↑ Antony Beevor: The Battle for Spain. The Spanish Civil War, 1936-1939. ISBN 9780143037651
cite-note-66. ↑ Gabriel Jackson: The Spanish Republic and the Civil War, 1931-1939, S. 425. ISBN 9780691007571
cite-note-77. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. Januar 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/umwelt.scienceticker.info
cite-note-88. ↑ Manuel Meyer (dpa): Kultfilm-Wüste in Andalusien. Spiel mir das Lied von Tabernas auf Spiegel Online am 18. Juni 2011